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Zeig mir, was du isst ...

Aktuelle Foodtrends am Prüfstand

Vegetarier, Flexitarier, Veganer, Frutarier … die Liste der modernen Ernährungsweisen ist lang und die Beschreibung der Foodtrends mitunter komplex. Diaetologin Božana Stanojević vom Sanatorium Kettenbrücke kennt sich aus, erklärt die neuesten Entwicklungen in ihrem Fachgebiet und warum mehrere Wege zur gesunden Ernährung führen.

90 % der ÖsterreicherInnen ernähren sich omnivor

Was exotisch klingt, ist einfach erklärt. Rund 90% der ÖsterreicherInnen ernähren sich heutzutage omnivor, das heißt, sie essen alle gängigen Lebensmittel. Auf dem Speiseplan steht alles von Gemüse, Obst, über Getreide und Hülsenfrüchte, bis hin zu Fisch, Fleisch und Milchprodukten. „Viele Menschen beginnen aber aus gesundheitlichen Gründen oder um das Klima zu schützen ihren Fleisch- und Fischkonsum zu reduzieren und werden zu sogenannten FlexitarierInnen“, erklärt die Expertin. Dazu zählt etwa, dass Fleisch und Fisch nur mehr zu besonderen Anlässen und in kleinen Portionen gegessen werden. Rund 18 % der heimischen omnivoren EsserInnen bekennen sich zum Flexitarismus. Phasen der fleischlosen Nahrungsaufnahme können auch religiösen, kulturellen oder traditionellen Hintergrund haben. „Manche Ernährungsbewusste verzichten auch gänzlich auf Fleisch und konsumieren nur ausgewählte Fische, um die ernährungsphysiologisch sehr günstigen Omega-3-Fettsäuren aufzunehmen“, beschreibt die Diaetologin eine weitere Ernährungsform.

„V“ wie vegetarisch oder vegan

Rund 10 % der österreichischen Bevölkerung ernährt sich ovo-lakto-vegetarisch. „Dabei isst man neben pflanzlichen Lebensmitteln auch tierische Erzeugnisse wie Eier und Milchprodukte. Es handelt sich dabei um die gängigste Form des Vegetarismus“, so Ernährungsspezialistin Stanojević. Rund 2 % der Vegetarier hierzulande leben vegan. Diese Variante schließt den Konsum jeglicher Produkte tierischer Abstammung aus. Dazu zählen nicht nur Nahrungsmittel, sondern auch Kosmetik-Produkte mit tierischen Zusätzen, Leder oder Wolle und Seide. Eine Sonderform der veganen Lebensweise pflegen die sogenannten Frutarier: sie erlauben sich nur den Verzehr von Früchten mehrjähriger Pflanzen, die durch die Ernte nicht sterben.   

Besondere Fleischtiger

Die sogenannte Paleoernährung nach steinzeitlichem Vorbild bzw. die carnivore Ernährung, sind hauptsächlich fleischbasierte Foodtrends. Neben Fleisch stehen Nüsse und Wurzeln am Speisezettel. „Diese Ernährungsformen sind nicht so weit verbreitet. Es wird besonders Wert daraufgelegt, dass Lebensmittel nicht stark verarbeitet werden“, erklärt die Expertin. Daneben gibt es noch die weniger einseitigen Formen der ketogenen Ernährung, bei der besonders darauf geachtet wird, wenig Kohlehydrate zu sich zu nehmen. Mit den Trends Low Carb und Very Low Carb bestehen verschiedene Ansätze zur Wahl des Verhältnisses von Eiweiß, Fett und Kohlehydrate.

Besonders einseitige Ernährung birgt Risiken

„Grundsätzlich haben fast alle dieser Trends ihre guten Seiten und man kann sich damit gesund ernähren. Bei manchen Ernährungsformen muss man aber gut darauf achten, dass Mängeln bei bestimmten Nährstoffen vorgebeugt wird“, empfiehlt Diaetologin Stanojević. So müssen etwa Vegetarier darauf achten, ausreichend Vitamin D, Jod und Omega3 Fettsäuren aufzunehmen. Dabei hat der Verzehr von Hülsenfrüchten besondere Bedeutung. Für Veganer kann ein Defizit bei Proteinen, essentiellen Fettsäuren, gewissen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen zum Problem werden. Einige Nährstoffe müssen auch supplementiert werden. Wenn die carnivore Ernährung viel rotes oder gepökeltes Fleisch beinhält, birgt sie nachweislich ein erhöhtes Krebsrisiko. Ansonsten empfiehlt die Ernährungsexpertin: „Wer sich überwiegend pflanzlich mit ausgewähltem Fleisch- und Fischkonsum ernährt, Eier und Milchprodukte einbaut, einmal täglich eine Rohkost zu sich nimmt, auf stark verarbeitete Lebensmittel verzichtet und abwechslungsreich isst, ernährt sich jedenfalls gesund.“