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Wenn der Heuschnupfen plagt

Kinder sitzen in einer blühenden Wiese

Allergiker und allergische Asthmatiker leiden unter Pollensaison

Die Bauern schneiden das Heu, die Sommergräser auf den Wiesen stehen in voller Blüte und laden zum Spaziergang ein. Was für die Meisten ein Sinnbild für genussvolle Sommertage ist, stellt für viele Menschen ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko dar. AllergikerInnen und allergische AsthmatikerInnen müssen in der Pollensaison häufig zu Medikamenten greifen. Dr. Bernhard Puchner, Facharzt für Pneumologie am Sanatorium Kettenbrücke, erklärt Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten bei Heuschnupfen und anderen Pollenallergien.

Wie Pollen auf AllergikerInnen wirken

„In der Heuschnupfen-Zeit fliegen die Pollen der Gräser durch die Luft. Unsere Atemwege sind mit Schleimhaut ausgekleidet und genau dort setzen sich die Pollenstrukturen ab und lösen bei Allergikern eine Entzündungsreaktion aus“, erklärt Dr. Puchner. Die Entzündung ist eine überzogene Abwehr des Körpers gegen die Fremdkörper. „Das Immunsystem von Allergiebetroffenen ist hyperreagibel – es reagiert zu stark“, so der Pneumologe.

Die Symptome einer Allergie

Die meisten Symptome sind in den oberen Atemwegen und den Augen zu spüren. Schnupfen, eine laufende Nase, Kratzen im Halsbereich und gerötete Augen zählen zu den häufigsten Auswirkungen der allergischen Reaktion. „Treten diese Beschwerden jährlich in der Pollensaison auf und kommt es zusätzlich zu Symptomen im Bereich der Atemwege, ist eine lungenfachärztliche Abklärung notwendig. Mit einer entsprechenden Behandlung wird ein Fortschreiten der Entzündung in den Bronchien verhindert, was mitunter zur Entstehung von allergischem Asthma führen kann“, empfiehlt Dr. Puchner.

Allergie oder Asthma?

Das allergische Asthma ist eine der häufigsten Erkrankungen der Bronchien, die aus einer Allergie heraus entsteht. Auch hier bildet sich infolge der Pollenbelastung eine Entzündung und es kommt zu einer Schwellung der Schleimhaut. Die Bronchien werden dadurch sehr eng und die Betroffenen leiden an akuter Atemnot. „Dabei ist das Problem nicht die Einatmung, sondern das Ausatmen“, beschreibt der Mediziner die Symptome.

Diagnose und Therapie wichtig

Der Lungenfacharzt diagnostiziert allergisches Asthma mittels Untersuchung der Lungenfunktion sowie einem Allergietest. Asthma wird je nach Ausprägung bedarfsbezogen oder dauerhaft medikamentös therapiert. Dabei sind Cortison-Sprays zur Inhalation gängig, die weniger Nebenwirkungen haben als etwa Tabletten. „Wichtig ist, dass Asthma ­– vor allem im Kindesalter – gut kurativ behandelt werden kann oder es in der Pubertät abflaut, wenn es richtig therapiert wird“, so Dr. Puchner. Neben der medikamentösen Therapie helfen auch spezielle Atem-Physiotherapie, die richtige Atemtechnik –das heißt in den Bauch hinein atmen – sowie angemessener Sport. „Gezielter Sport stärkt das Immunsystem und die Atemmuskulatur“, sagt der Experte.

Tipps zur Verringerung der Pollenbelastung

Mit einigen praktischen Vorsichtsmaßnahmen lässt sich die Pollenbelastung für AllergikerInnen und allergische AsthmatikerInnen zumindest minimieren. So hilft etwa eine einfache Nasendusche aus der Apotheke die Pollen raus zu waschen. Das Tragen einer Sonnenbrille und eines Sonnenhutes schützt Augen und Haare vor der Aufnahme von Pollen. Öfter Haare waschen trägt ebenfalls dazu bei, besser über die Heuschnupfen-Zeit zu kommen. Das Schlafzimmer lüftet man am besten nur morgens und abends, wenn die Pollenbelastung etwas geringer ist. Getragene Alltagskleidung hat im Schlafzimmer von Allergiebetroffenen nichts verloren. Wer ein Auto besitzt, sollte den Pollenfilter regelmäßig warten und gegebenenfalls tauschen lassen. Die täglichen Pollen-Belastungswerte sind im Internet verfügbar.

Wenn die Beschwerden zu groß werden

„Für Tage mit erheblichen Beschwerden rate ich Allergikern in Abstimmung mit dem behandelnden Facharzt, Antihistaminika einzusetzen. Hier reicht die Palette von Nasensprays, über Augentropfen bis hin zu Tabletten oder Sirup für Kinder“, meint Dr. Puchner abschließend. Und bei uns in Tirol gibt es noch eine gute Möglichkeit den Pollen zumindest kurzfristig zu entfliehen: ein Ausflug auf den Berg, denn da ist die Belastung niedriger.

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