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Was es mit dem Seitenstechen auf sich hat

Frauen joggen

… und was SportlerInnen dagegen tun können

Im Frühling steigt die Motivation mit dem Laufen wieder zu beginnen. Dabei können die ersten Runden durchs satte Grün des Waldes oder entlang einer blühenden Wiese durchaus zur Qual werden, wenn bereits nach wenigen Minuten schwungvoller Bewegung das unangenehme Stechen in der Seite beginnt. Kardiologe, Internist und Sportarzt Dr. Daniel Basic weiß, was es mit dem Seitenstechen auf sich hat und wie SportlerInnen sich am besten dagegen schützen.

Häufiges Problem beim Sport

In einer größeren Studie mit 965 TeilnehmerInnen aus sechs verschiedenen Sportarten hatten 61 Prozent innerhalb des Vorjahres Seitenstechen. „Am häufigsten war das Auftreten beim Schwimmen und Laufen als klassischem Ausdauersport“, erklärt Dr. Basic. Aber auch bei anderen Sportarten wie etwa Reiten kommt es gelegentlich zum lästigen Schmerz in der Seite.

Ursachen nicht restlos geklärt

Die Theorien zu den Ursachen von Seitenstechen sind vielfältig. Einerseits wird vermutet, es könnte sich um eine Irritation des Zwerchfells durch verminderte Versorgung mit sauerstoffreichem Blut handeln, andererseits könnte es sich auch um ein unangenehmes Reiben der zwei Schichten des Bauchfelles handeln. Eine Fehlhaltung beim Sport ist möglicherweise verantwortlich für vermehrten Druck auf zwischen den Rippen verlaufende Nerven, was sich als Schmerz in der Seite bemerkbar macht. „Schließlich können auch vermehrtes Trinken oder Essen vor dem Training zu einer verzögerten Entleerung des Magens und damit einer Belastung der sogenannten viszeralen Bänder führen, die die inneren Organe halten“, beschreibt der Kardiologe eine weitere Erklärung der Beschwerden. In der Fachwelt wird es auch für möglich gehalten, dass eine Kombination dieser Faktoren der wahre Grund des Seitenstechens ist.

Tipps zur Vermeidung

„Ganz wichtig ist es, gerade nach einer Trainingspause in einer bestimmten Sportart wie etwa Laufen, langsam mit der Wiederaufnahme des Sports zu beginnen“, rät der Sportarzt. Weitere Tipps, um ohne Seitenstechen durchs Training zu kommen sind gutes Aufwärmen vor Beginn der Belastung und generell Übungen zur Kräftigung der Rumpfmuskulatur. Rund zwei Stunden vor dem Sport verzichtet man besser auf größere Mengen Nahrung bzw. Flüssigkeit. „Speziell hypertone zuckerhaltige Getränke wie Cola, pure Fruchtsäfte, Limonaden und Energy Drinks sind zu vermeiden“, so Dr. Basic. Während der Belastung ist es ratsam regelmäßig kleinere Flüssigkeitsmengen zu sich zu nehmen.

Was tun, wenn man doch Seitenstechen bekommt?

„Die beste Maßnahme, um Seitenstechen effektiv los zu werden, ist eine kurze Pause einzulegen“, empfiehlt der Spezialist. Eine Anpassung des Atemmusters während der sportlichen Aktivität gilt auch als sinnvoll. Nach vorne beugen und Arme ausschütteln bzw. kurzes Dehnen der betroffenen Seite bringt ebenfalls Erleichterung. Manchmal ist die Ausübung eines manuellen Drucks, etwa mit der Faust, auf die schmerzende Stelle hilfreich.

Wann braucht es einen Arzt?

Das typische Stechen in der Seite beim Sport tritt häufig auf, stellt an sich keinen krankhaften Befund dar und bedarf im Regelfall auch keiner ärztlichen Abklärung. Falls es aber zu einem Engegefühl in der Brust, Atemnot bei geringer körperlicher Belastung, Schwindel oder anhaltenden Beschwerden nach dem Sport kommen sollte, ist ein Arzt zu konsultieren. Gut zu wissen ist, dass die Häufigkeit des klassischen Seitenstechens mit zunehmendem Alter abnimmt. Hier wird ein Zusammenhang mit geänderten Bewegungsmustern und anderen Trainingsgewohnheiten älterer SportlerInnen vermutet.

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