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Vorsicht vor Harnsteinen im Sommer

Frau mit Schmerzen

Warum die schmerzhaften Ablagerungen besonders in der warmen Jahreszeit Probleme machen erklärt Urologe Dr. Viktor Skradski vom Sanatorium Kettenbrücke.

Im Sommer bewegen wir uns mehr, schwitzen, trinken oft nicht genug und essen vermehrt Salziges. Alle diese Faktoren begünstigen das Auftreten schmerzhafter Harnsteine, die daher auch gerne als „Sommerkrankheit“ gesehen werden. Dr. Viktor Skradski, Facharzt für Urologie am Sanatorium Kettenbrücke, erklärt die Gefahren und gibt Tipps zur Vermeidung der kristallinen Ablagerungen.

 

Risikogruppen

„Manche Menschen haben eine genetisch bedingte Veranlagung zur Steinbildung im Bereich der Niere“, erklärt der Experte. Auch bei Patienten, die dauerhaft Medikamente einnehmen müssen, können diese zu einer vermehrten Harnsteinbildung führen. Zudem haben Personen, die adipös sind und magenverkleinernde Operationen hinter sich haben, ein größeres Potenzial für Steine im Harntrakt. Nicht zu unterschätzen ist auch die Gefahr der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Vitamin C und Proteinen. Bei allen anderen hat die Harnsteinbildung meist mit dem Lebensstil zu tun.

 

Verschiedene Arten von Steinen

Rund 80 Prozent der Harnsteine bestehen aus Kalziumsalzen, der Rest sind sogenannte Harnsäuresteine. Letztere können meist mit Medikamenten aufgelöst werden und haben ihre Ursache in genetischer Veranlagung, chronischem Übergewicht sowie Gicht. Etwa 20 Prozent der Menschen sind betroffen von Harnsteinen, wobei das Verhältnis Männer zu Frauen etwa drei zu eins ist. Wer einmal einen Harnstein hatte, hat eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit für ein Wiederauftreten. Besonders im Alter zwischen 40 und 60 Jahren treten die lästigen Kristallformationen vermehrt auf.

 

Heftigste Schmerzen

Erkennbar sind Harnsteine meist erst, wenn sie sich im Rahmen einer Nierenkolik in Bewegung setzen und in den Harnleiter wandern. „Heftigste Schmerzen in der Nieren- bzw. Unterbauchgegend und Übelkeit treten auf. Wenn der oder die Steine kurz vor der Blase angelangt sind, verlagern sich die Schmerzen in den Blasen- und Genitalbereich. Manche Patienten denken dann zuerst an einen Leistenbruch“, erläutert Dr. Skradski die Symptomatik.

 

Behandlungsoptionen

Eine Nierenkolik bedeutet nicht sofort eine Operation. „Mit ambulanter Schmerztherapie kann der Abgang kleinerer Steine gefördert werden“, so der Urologe. Wenn das nicht möglich ist, können Steine mit bis zu zwei Zentimetern Durchmesser meist minimalinvasiv mit Endoskop operiert werden. Dazu wird das Endoskop über den Harntrakt eingeführt und mittels Lasersonde werden die Steine zertrümmert. In der Regel bedeutet das einen stationären Krankenhausaufenthalt von nur zwei Tagen. Bei größeren Steinen ist eine aufwendigere offene Operation notwendig.

 

Tipps zur Prophylaxe

„Wir produzieren alle Kristalle. Um die Steinbildung zu vermeiden, muss man konstant trinken“, rät Dr. Skradski. Auch wer die empfohlene Tagesmenge von 1,5 Litern Flüssigkeit trinkt, muss davon ausgehen, dass bei Hitze das Harnvolumen sinkt und dementsprechend mehr trinken. Die tägliche Zielmenge von 1,5 bis 2 Litern Harn ist im Sommer nicht leicht zu erreichen. „Dazu kommt, dass ältere Leute oft bereits ab dem frühen Abend aufhören zu trinken. Das kann problematisch sein“, warnt der Arzt. Neben ausreichendem Trinken ist Zitrat wie es etwa Zitronen und Grapefruit enthalten ein guter Puffer zur Vorbeugung von Harnsteinen. Auch Magnesium und Zink sind hilfreich. Übermäßigen Konsum von sowohl tierischem wie pflanzlichem Eiweiß und Weißwein sollte man vermeiden, weil hier die Gefahr von Gichtschüben besteht, die Steinbildung fördern.

Foto: © Shutterstock