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Vorsicht bei der Einnahme von Kopfschmerz-Medikamenten

Mann graue Haare Kofpschmerz

Zu viel Schmerzmittel verursacht noch mehr Kopfweh

Dumpfes Pochen an den Schläfen, einseitiges Stechen am Hinterkopf, Schmerzen an der Stirn – laut Statistik leiden rund 70 Prozent aller Menschen mehr oder weniger oft an Kopfweh. Weil so Viele betroffen sind, gilt es schon fast als „normal“ ab und zu einen Tag mit Kopfschmerz überstehen zu müssen. Und meist nehmen die Betroffenen rezeptfreie, leicht verfügbare Schmerzmittel zur Linderung ein. Kopfschmerz muss nicht einfach hingenommen werden. Zudem birgt diese Einstellung auch erhebliche Gefahren, wie Neurologe Dr. Michael Spiegel vom Sanatorium Kettenbrücke weiß.

Wahllose Symptombekämpfung

Wer unter Kopfweh leidet, bemüht sich meist dennoch, den Pflichten des Alltags nachzukommen. Die Einnahme eines Schmerzmittels erleichtert das und die meisten Betroffenen deuten die Ursachen für das Leiden selbst: Verspannungen durch mangelnde Bewegung oder eine leichte wetterbedingte Migräne werden oft vermutet. Wenn das Schmerzmittel wirkt, hat sich das Thema schnell erledigt und die Bewältigung der Aufgaben des Tages fällt wieder leichter. Bis zum nächsten Tag mit Kopfschmerz …

Gefahr chronischer Schmerzen

"Die fehlende Abklärung häufiger auftretender Kopfschmerzen führt zusammen mit der nicht zielgerichteten Therapie auf Dauer zu chronischem Kopfweh", erklärt Dr. Spiegel. Dementsprechend haben die PatientInnen immer häufiger Schmerzen, bekämpfen diese mit immer mehr Medikamenten und kommen so in eine Situation, in der die eingenommenen Arzneien nicht mehr wirksam sind.

Noch mehr Kopfschmerz durch zu viel Medikamente

Im Extremfall führt der sogenannte „Übergebrauch“ von Medikamenten sogar zu einer Verschlechterung der Kopfschmerzen. Kopfweh durch zu viel Medikamente ist mittlerweile die dritthäufigste Kopfschmerzursache. Diese liegt vor, wenn Betroffene an mindestens 15 Tagen im Monat unter Kopfschmerz leiden und die Beschwerden trotz Einnahme von Arzneimitteln schlechter werden.

Aufwendige Therapie mit Entzug

„Die Therapie dieser Art von Kopfschmerz ist extrem aufwändig, da zur eigentlichen Behandlung der Beschwerden ein notwendiger Medikamenten-Entzug dazu kommt“, so der Neurologe. Zu diesem Entzug müssen die PatientInnen erst motiviert werden, kommen doch die meisten mit der Hoffnung zum Neurologen, dass der Wechsel der Medikation die Lösung des Problems ist. Der Entzug selbst ist meist nicht einfach und oft müssen Betroffene stationär aufgenommen werden, um die Nebenwirkungen der Entwöhnung erträglich zu machen.

Besser frühzeitig zum Neurologen

Um so schwerwiegende Folgen zu vermeiden, sollten Kopfschmerzgeplagte sobald sie das Gefühl haben, dass die eingesetzten Medikamente wiederholt nicht wirken, einen Neurologen aufsuchen. „So klären wir die Ursache, behandeln den Kopfschmerz gezielt und neben Medikamenteneinnahme setzen wir etwa auch Physiotherapie zur Linderung der Beschwerden ein“, sagt Dr. Spiegel.

 Am Sanatorium Kettenbrücke steht Betroffenen sowohl eine neurologische Praxis, als auch ein modernes Physiotherapie-Zentrum zur Verfügung.

Foto: shutterstock