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Tabuthema Beckenbodenschwäche

Worüber Frauen nicht gerne sprechen

Ziehende Schmerzen im unteren Rücken,  ein Fremdkörpergefühl in der Scheide, Stuhlprobleme oder unwillkürlicher Harnverlust beim Husten, das sind nur einige der Symptome, die bei Beckenbodenschwäche auftreten. Im Extremfall kommt es zu einem Vorfall der Beckenorgane, also der Gebärmutter, der Scheide, der Blase oder des Darms. Alles sehr unangenehme Beschwerden, die aber heutzutage gut behandelbar sind, weiß Dr. Karin Matthä, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe und Belegärztin am Sanatorium Kettenbrücke, das die einzige private Geburtshilfe Tirols  hat.

Fokus Beckenboden

Gerade dem Beckenboden schenken wir am Sanatorium Kettenbrücke bei der Geburt des ersten Kindes  bis ins hohe Alter einer Frau besonderes Augenmerk. Denn schon im frühen Stadium der Beckenbodenschwäche kann eine Behandlung sinnvoll sein. Aufklärung über Verhaltensänderung beim Gang auf das WC und beim Heben schwerer Lasten können in das tägliche Leben eingebaut werden, sodass der Beckenboden bei Beanspruchung immer mitbedacht wird. Das Beckenbodentraining bei dafür spezialisierten Physiotherapeutinnen führt zu einer deutlichen Besserung und ist meist der erste Behandlungsschritt.

Vielfältige Ursachen

Die Hauptursache für eine Beckenbodenschwäche ist die Schädigung von Muskeln, Bändern und Faszien, die den Beckenboden bilden, so die Fachärztin. Schwangerschaft und Geburt werden als eine der Hauptursachen betrachtet, dazu kommen chronische körperliche Belastung und  erbliche Bindegewebsschwäche. Nahezu ein Drittel aller Frauen zwischen dem 20. und dem 60. Lebensjahr weisen eine Beckenbodenschwäche auf, können diese aber meist noch durch konsequentes Training kompensieren. Höheres Alter verbunden mit Hormonmangel lässt den Anteil der Frauen mit Senkungsbeschwerden auf 40 % ansteigen.  

Gynäkologische Untersuchung und Diagnosefindung

„Entscheidend für die richtige Behandlung einer Beckenbodensenkung ist die sorgfältige Diagnose. Ein gezieltes Nachfragen nach Harnverlust oder Schmerzen im Genitalbereich ist Teil jeder gynäkologischen Vorsorge, zumal sich viele Frauen scheuen, ihre Beschwerden anzusprechen“, erzählt Dr. Matthä. Eine detaillierte Untersuchung der vorderen und hinteren Scheidenwand, des Höhenstandes der Gebärmutter oder des Scheidenabschlusses (nach operativer Entfernung der Gebärmutter) - unterstützt mit Ultraschall - lässt eine genaue Lokalisierung des Defektes zu. Vorübergehend kann zur Stützung der gesenkten Beckenorgane ein Pessar angepasst werden.

Wenn an der operation kein Weg vorbeiführt

Wenn das Beckenbodentraining nicht zielführend ist oder die Beschwerden sehr ausgeprägt sind empfehle ich der betroffenen Patientin eine Operation, so die Gynäkologin. Je nach Alter der Frau, Voroperationen sowie Ausmaß der Senkung  ist ein individuelles Vorgehen notwendig. Zur Auswahl stehen Verfahren mit Zugang durch die Scheide, über Bauchschnitt oder Bauchspiegelung. Ob  körpereigene Strukturen durch Nähte verstärkt, die Gebärmutter belassen werden kann oder Fremdmaterial in Form von Kunststoffnetzen zum Einsatz gebracht werden müssen, hängt vom jeweiligen Befund ab und wird jedenfalls vor der Operation genauestens erläutert. .

Mit Erfolgsquoten von bis zu 90 % kann die gewohnte Lebensqualität wieder erlangt werden. In jedem Alter gilt, widmen Sie dem Beckenboden besondere Aufmerksamkeit, ihr Körper wird es Ihnen danken.

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