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Steine im Bauch


Gerade eben noch gegessen und nun starke Schmerzen im rechten Oberbauch? Gallensteine können die Ursache hierfür sein. Knapp 20% der Bevölkerung sind davon betroffen – Frauen fast doppelt so häufig wie Männer. Eine Behandlung ist erst bei Beschwerden erforderlich.

Gallensteine sind verfestigte Bestandteile der in der Leber produzierten Gallenflüssigkeit, die über den sogenannten Gallengang in den Zwölffingerdarm abgeleitet wird. Die Steine formen sich meistens in der Gallenblase, seltener jedoch in den Gallengängen. Die Größe variiert stark und reicht von vielen, kleinsten Steinchen bis hin zu mehreren zentimetergroßen. Vor allem mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich Steine in der Galle bilden. „Glücklicherweise verursachen sie lediglich bei 20-40% der Betroffenen Beschwerden. Dementsprechend ist das bloße Vorhandensein von Gallensteinen noch kein Anlass für einen operativen Eingriff. Kommt es jedoch zu Beschwerden auf Basis der Gallensteine (z. B. Entzündung der Gallenblase oder kolikartige Schmerzen), so ist eine Entfernung der Gallenblase aus medizinischen Gründen dringend anzuraten“, erklärt Dr. Markus Wielandner, Facharzt für Allgemeinchirurgie im Sanatorium Kettenbrücke.

Beschwerden und Symptome

In den meisten Fällen bleiben die Steine in der Gallenblase. Hier können diese eine Entzündung der Gallenblase hervorrufen. Rutschen Sie jedoch in den Gallengang, verursachen sie meist kolikartige Schmerzen im rechten Oberbauch. Zusätzlich kann sich die Haut gelblich verfärben, da die Steine hier einen Aufstau der Galle hervorrufen. Dadurch kann sich auch die Bauchspeicheldrüse entzünden, da sowohl der Gallgengang, als auch der Bauchspeicheldrüsenzugang in den Zwölffingerdarm münden. Dementsprechend sind bei Beschwerden eine genaue Anamnese und klinische Untersuchung wichtig. Mittels laborchemischer und bildgebender Diagnostik wird anschließend eine zielgerichtete Behandlung für den Patienten festgelegt.

Therapie von symptomatischen Gallensteinen ist die Entfernung der Gallenblase

Der „Goldstandard“ ist die „Laparaskopische Cholezystektomie“ Da die Gallenblase nicht lebensnotwendig ist, stellt eine Entfernung keine große Problematik für den Körper dar. Dieser Eingriff ist bei einer Entzündung bzw. einer symptomatischen Steingallenblase erforderlich. Seltenere Veränderungen, bei denen die Gallenblase entfernt werden muss, sind z. B. Gallenblasenpolypen (gutartige Veränderung) mit deutlicher Wachstumstendenz oder ein Gallenblasenkarzinom (bösartige Veränderung). Eine offene Operation ist nur in ganz wenigen Fällen notwendig. Der Patient kann bereits am zweiten Tag nach der OP das Krankenhaus verlassen. „Wundschmerzen sind bei der laparaskopischen Chirurgie sehr gering, meistens entfällt das Entfernen von Nahtmaterial. Bereits nach vier bis sechs Wochen kann der Körper wieder voll belastet werden", weiß Dr. Wielandner. Bei normalen Essgewohnheiten ist die täglich produzierte Menge an Galle zudem völlig ausreichend und eine spezielle Diät nach der OP nicht notwendig.

Therapie Gallengangssteinen

Kommt es zum Abrutschen und Verbleib von Gallensteinen im Gallengang, ist eine ERCP (Endoskopische retrograde Cholangio-Pankreatikographie) notwendig. Dieser Eingriff erfolgt in Allgemeinnarkose. Es wird ähnlich einer Magenspiegelung das Untersuchungsgerät in den Zwölffingerdarm vorgeschoben. Hier wird dann die Einmündung des Gallengangs (Papille) mit einem Schnitt entsprechend erweitert und dadurch können die Gallengangssteine in den Zwöffingerdarm abgleiten. Im zweiten Schritt erfolgt die Laparaskopische Cholezystektomie um ein erneutes Abrutschen von Gallenblasensteinen zu vermeiden.

Erfahren Sie hier mehr zur Allgemeinchirurgie im Sanatorium Kettenbrücke

Fotocredit: istock/rob_lan

Wielandner; Gallensteine, Gallenblase;Privates Krankenhaus; Sanatorium Kettenbrücke;