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Mit Kindern unfallfrei durch den Coronawinter

Wintersport

Was beim Wintersport mit Kindern in der heurigen Saison zu beachten ist, weiß Unfallchirurg Dr. Jürgen Oberladstätter

In diesem Corona-Winter ist vieles anders für Kinder und ihre Eltern. Durch das Home-Schooling und den Ausfall der Hobby-Sport-Aktivitäten sind die Eltern mehr oder weniger alleine zuständig für die Bewegung der Kinder an der frischen Luft. Damit auch der Einstieg in die eine oder andere Wintersportart unfallfrei gelingt, hat Unfallchirurg Dr. Jürgen Oberladstätter vom Sanatorium Kettenbrücke, der selbst zweifacher Vater ist, einige Tipps für Eltern.

Voll auf das Kind eingehen

„Egal welcher Wintersport betrieben wird, die Eltern sollten unbedingt auf das individuelle Können und den Trainingszustand des Kindes eingehen“, erklärt Dr. Oberladstätter. „Als Faustregel gilt: Das Unfallrisiko steigt mit der zunehmenden Müdigkeit des Körpers ebenso wie mit der Abnahme der Konzentrationsfähigkeit.“ Jüngere Kinder werden dabei schneller unkonzentriert und erschöpft.

Ein besonderer Winter

Bei vielen Sportstätten wie Eislaufplätzen oder Skiliften ist an Wochentagen wenig Betrieb auf Grund der fehlenden Touristen und des Corona-Lockdowns. So ist mehr Platz beim Eislaufen und es sind keine Wartezeiten beim Lift, was für die Kinder mehr Sportvergnügen bedeutet, aber auch schneller zur Erschöpfung führt. Das sollten Eltern beachten. „Positiv ist, dass etwa beim Skifahren deutlich weniger Kollisionsverletzungen passieren als in einem normalen Winter, da weniger, dafür bessere Skifahrer unterwegs sind“, bemerkt der Unfallmediziner.

Was tun bei niedrigen Temperaturen?

Was vielen Eltern Sorge bereitet, sind die fehlenden Einkehrmöglichkeiten zum Aufwärmen beim Sport im Freien in diesem Winter. „Bei guter Ausrüstung tolerieren Kinder Kälte recht gut. Vorsicht ist jedoch bei Ausdauersportarten geboten“, betont Dr. Oberladstätter. Ab einer Temperatur von minus 5 Grad und niedriger sollten Eltern abwägen, ob ein anstrengender Aufstieg beim Rodeln oder eine Skitour mit Kindern noch sinnvoll sind. Wechselkleidung ist wichtig, damit sich die Kinder vor der Abfahrt trocken anziehen können. Durch die fehlende Möglichkeit zum Aufwärmen in einer Hütte steigt mit kälteren Temperaturen das Risiko einer Erkältung.

„Die Rodel und der Unfallchirurg sind keine Freunde“

Meint Dr. Oberladstätter, denn aus Sicht des Mediziners ist Rodeln eine der gefährlichsten Wintersportarten. Damit gerade Familien mit Kindern unfallfrei bleiben, muss die Ausrüstung gut sein. Helm, feste Schuhe und wenn möglich ein Rückenprotektor bieten einen gewissen Schutz vor den Gefahren des Rodelns. Alleine fahren Kinder die Rodelbahn besser erst dann hinunter, wenn sie eine Rodel gut beherrschen können und ein Erwachsener direkt dahinter als „Schutzschild“ abfährt. „Wichtig ist auch, nur gesicherte Rodelbahnen zu wählen und auf gute Schneeverhältnisse ohne Eis zu achten“, rät der Unfallchirurg.

Regeln erklären und mit gutem Beispiel vorangehen

Sowohl auf der Piste, der Rodelbahn wie auch am Eislaufplatz oder beim Skitourengehen und Langlaufen – überall ist es wichtig, dass Eltern ihren Kindern vor Ausübung des jeweiligen Sports die wichtigsten Regeln erklären. Auch das trägt dazu bei, dass die Kinder unfallfrei bleiben. „Die Kinder müssen wissen, wer wann Vorrang hat und wie sie am besten auf sich und die anderen achtgeben. Wenn die Eltern mit gutem Beispiel vorangehen, die Sicherheitsausrüstung tragen und die Regeln beachten, machen die Kinder meistens mit“, so Dr. Oberladstätter.

Was tun im Fall des Falles?

Wenn doch einmal ein Unfall passiert, gilt es bei Bewusstseinsverlust des Kindes sofort die Rettungskette in Gang zu setzen. Auch wenn ein Gelenk nicht mehr belastbar ist, muss ein Arzt aufgesucht werden. „Bei Schmerzen und Schwellungen schätzen Eltern ihr Kind am besten ein. Aber lieber einmal zu oft zum Arzt gehen, als eine größere Verletzung übersehen“, empfiehlt der Unfallchirurg abschließend.

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