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Klein, aber gefährlich: Zecken

Zecke auf einen Grashalm

Warum die Impfung gegen FSME immer wichtiger wird

Der letzte, ungewöhnlich milde Winter und der zunehmend spürbare Klimawandel führen dazu, dass Zecken – in unseren Breiten vor allem der „Gemeine Holzbock“ – zu einer wachsenden Bedrohung werden. Die kleinen Spinnentiere sind oft schwer zu erkennen und übertragen mit ihrem Stich gefährliche Krankheitserreger. Neurologin Dr. Susanne Bellinger erklärt die Gefahren, die sich durch einen Zeckenstich ergeben können.

Zeckenjahr 2020

Österreich gehört zu jenen Gebieten in Europa, in denen Zecken besonders stark verbreitet sind. Auch die Statistiken sprechen eine eindeutige Sprache: Mussten im Jahr 2018 insgesamt 181 PatientInnen mit FSME aufgrund eines Zeckenstiches intensivmedizinisch betreut werden, so waren es heuer bisher bereits 205. Bei milden Temperaturen ab 6–8°C halten sich Zecken gerne in kniehohem Gras bis zu einer Seehöhe von 1.500 Metern auf. „Ausflüge ins Grüne können da zu einer echten Gefahr für die Gesundheit werden“, so Dr. Bellinger.  

Risiko Krankheitsübertragung

Zecken übertragen Borreliose und FSME. Während sich Borreliose als bakterielle Infektion gut mit Antibiotikum behandeln lässt, ist FSME gefährlicher. Diese verläuft typischerweise zweigipflig. Nach einer Inkubationszeit von bis zu zehn Tagen ab Zeckenstich leiden Betroffene etwa eine Woche an Fieber, Abgeschlagenheit, Bauchschmerzen und grippeähnlichen Symptomen. Anschließend ergibt sich eine leichte Besserung, bevor sich ihr Zustand wieder verschlechtert. Fieberspitzen mit bis zu 39 Grad, ein schlechter Allgemeinzustand und Müdigkeit sind charakteristisch.

Gefahr schwerer Krankheitsverläufe

„Bei einer FSME entwickeln rund 50 Prozent der Betroffenen eine Meningitis, also eine Gehirnhautentzündung. Bei der Meningoenzephalitis ist hingegen das Gehirn selbst betroffen, es kommt zu Bewusstseinsstörungen und Betroffene benötigen intensivmedizinische Behandlung“, erklärt die Fachärztin. Etwa zehn Prozent aller Fälle entwickeln eine Myelitis, bei der die Nerven befallen werden und es zu Lähmungen kommen kann. Während eine Meningitis in der Regel vollständig ausheilt, können die beiden schwereren Verläufe auch zu Langzeitschäden führen. Insgesamt entwickeln etwa 30 Prozent der nicht geimpften PatientInnen Symptome, der Rest bleibt erscheinungsfrei. Menschen über 60, Männer sowie immunsupprimierte Personen sind stärker gefährdet.

Durch Impfung schützen

Eine FSME-Impfung beugt schwerwiegenden Erkrankungen und möglichen Folgeschäden vor. Empfohlen wird die Impfung ab dem ersten Lebensjahr in ganz Österreich. Sie besteht aus drei Teilimpfungen, welche im Abstand von drei bis 12 Monaten erfolgen. Alle drei bis fünf Jahre muss die Impfung aufgefrischt werden. Wer sich nicht sicher ist, ob eine frühere Impfung noch wirksam ist, kann dies über eine Titerbestimmung rausfinden. FSME ist nicht ansteckend und nicht behandelbar, muss aber neurologisch überwacht werden. Daher werden FSME-PatientInnen unabhängig von ihrer Symptomatik stationär aufgenommen.

Was sonst noch gegen Zecken hilft

Wer gerne viel ins Grüne geht, kann sich auch mit praktischen Maßnahmen vor Zecken schützen. Lange Hosen, in die Socken oder Schuhe gesteckt, langärmelige Oberteile und auch ein Hut helfen, Zecken fernzuhalten. Nach einem Ausflug sollte man den ganzen Körper sorgfältig nach den kleinen Tierchen absuchen. Falls man eine Zecke findet, zieht man sie am besten mit einer Pinzette vorsichtig heraus.

Foto: © Adobe Stock