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Golfsport und Rückenschmerzen

Golfspieler

Wie Risiken beim an sich gesunden Sport kontrolliert werden

Beitrag von Dr. Michael Gabl, Facharzt für Neurochirurgie und Ärztlicher Direktor am Sanatorium Kettenbrücke

Kreuzschmerzen sind eines der häufigsten mit dem Golfsport assoziierten Gesundheitsprobleme. Etwa 34 Prozent der Amateur-GolferInnen und 24 Prozent der Golfprofis leiden unter Golfbedingten Rückenschmerzen.

Eine „spannende“ Kombination

Die Bewegungs- und Belastungsmomente im Golfsport setzen sich aus dem Gehen im Gelände und dem Golfschwung zusammen. Auf diese Weise kombiniert der Golfsport das für die Wirbelsäule sehr positive Belastungsmuster des Gehens mit den negativen Belastungsmustern des Golfschwunges. Beim schwungvollen Golf-Abschlag wirken enorme Kräfte auf den Rücken. Zudem begünstigt eine zu schwache oder falsch trainierte Muskulatur die Entstehung von Rückenschmerzen. Das einseitige Tragen eines Golfbags über mehrere Stunden ist ebenfalls durchaus belastend für die Wirbelsäule, kann auch Kreuzschmerzen verursachen und sollte daher vermieden werden.

Die Neigung beim Schwung ist entscheidend

Im Golfschwung kommt es je nach Art und Ausführung zu einer Wechselwirkung von Extension/Rotation und Flexion/Rotation mit einer entsprechenden Torsionsbelastung und Seitneigung. Insbesondere das Ausmaß der Rumpfbeugung und Seitneigung sowie der Rotation während des Schwunges zeigen in wissenschaftlichen Untersuchungen einen Zusammenhang mit der Inzidenz von Golf assoziierten Kreuzschmerzen.

Risiken durch gezieltes Training minimieren

Um die Lendenwirbelsäule gegen die Belastungen des Golfschwunges bestmöglich zu schützen, bedarf es einer gut trainierten Rumpfmuskulatur und einer technisch adäquat ausgeführten Schwungtechnik. Es ist wichtig, im Rahmen des Ausgleichstrainings die Rumpfmuskulatur entsprechend zu stärken. Dies gelingt am besten mit konsequentem Rumpfstabilitätstraining unter isometrischen, rumpfstabilen Bedingungen.

Trainingsinhalte zur Wahrnehmung des eigenen Körpers und zur Schulung der Koordination helfen zusammen mit einer guten Rumpfstabilität, Überlastungen der Wirbelsäule und somit Wirbelsäulenbeschwerden zu vermeiden. Im sportartspezifischen Training ist auf eine korrekte, rückenschonende Schwungtechnik zu achten. Eine Verringerung der Seitneigung und Seitbeugung des Rumpfes während des Schwunges scheint die Belastung der Lendenwirbelsäule deutlich zu reduzieren.

Wie bei jeder Sportart, verringert konsequentes Aufwärmen vor dem Spiel die Verletzungsanfälligkeit.

Checkliste für gesundes Golfen:

  • Gut trainierte Rumpfmuskulatur
  • Aufwärmen vor dem Spiel
  • Technisch korrekte Schwungführung
  • Golfwagen statt Golfbag

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