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Gefahren beim Radfahren im Stadtverkehr

Wo die Gefahren liegen und wie man Unfälle vermeidet weiß Unfallchirurg Dr. Simon Euler

Der Radfahrer biegt flott um die Ecke und fährt mit so hoher Geschwindigkeit in die Straße ein, dass er die Straßenbahnschienen übersieht. Er kommt mit dem Vorderrad in die Schiene und stürzt – so schnell ist ein Radunfall in der Stadt passiert. Neben diesem „Klassiker“ des Schienenunfalls häufen sich nicht zuletzt durch den E-Bike Boom Radunfälle im Straßenverkehr. Unfallchirurg Priv.-Doz. Dr. Simon Euler von der Unfallambulanz am Sanatorium Kettenbrücke erklärt die Gefahren und gibt Tipps zur Unfallvermeidung.

Ungeschützt und rasant

„Gerade im Straßenverkehr sind viele Radfahrerinnen und Radfahrer ohne Helm unterwegs und damit völlig ungeschützt. Viele fahren auch gefährlich schnell“, erklärt Dr. Euler die besondere Situation beim Radfahren in der Stadt. Der Drahtesel dient als Verkehrsmittel, um oft unter Zeitdruck zur Arbeit, zum Treffen mit Freund*innen oder Einkaufen zu kommen. Die Gefahren hoher Geschwindigkeit werden meist unterschätzt, dabei wirkt bereits ein Aufprall mit 25 km/h wie ein Sturz aus 2,5 bis 3 Meter Höhe. Neben Radunfällen ohne Fremdbeteiligung kommt es im Stadtverkehr häufig zu Kollisionen mit Autos oder Fußgänger*innen. Oft ist die Ablenkung der Unfallgegner*innen durch die Nutzung des Handys im Spiel.

Die häufigsten Verletzungen

An erster Stelle rangieren bei Radunfällen Hautabschürfungen aller Art, dicht gefolgt von Kopfverletzungen in Form von mehr oder weniger schweren Schädel-Hirn-Traumata, die auf Grund der meist fehlenden Helme beim Radeln in der Stadt gehäuft auftreten. „Weiters kommt es beim Abstützen im Zuge eines Sturzes zu verschiedensten Frakturen: Handgelenks-, oder Ellbogen-Brüche passieren häufig, ebenso wie Unter- oder Oberschenkelfrakturen. Typisch ist auch ein Schlüsselbeinbruch“, fasst Dr. Euler zusammen.

Was tun, wenn’s passiert ist?

Können verunfallte Radler*innen nicht mehr selbständig aufstehen oder sind sie womöglich gar bewusstlos, muss die Notfallkette aktiviert werden. Erste Hilfe am Unfallort und rascher Abtransport durch die Rettungskräfte sind in diesem Fall lebensrettend. Für alle anderen Fälle gilt, beim geringsten Zweifel, ob nicht doch etwas passiert ist, sollen Patient*innen eine Unfallambulanz aufsuchen. Größere Schürfwunden müssen sorgfältig gereinigt und allenfalls genäht werden, ein Röntgen klärt den Verdacht auf einen Knochenbruch. Die Unfallambulanz am Sanatorium Kettenbrücke steht sieben Tage die Woche zur Verfügung, am Wochenende werden Patient*innen gebeten, vorab anzurufen über die Notfallnummer 0800 80 81 82.  Dann wird alles vorbereitet für das Eintreffen der Verletzten.

Unfällen wirksam vorbeugen

Damit es erst gar nicht zum Unfall kommt, hat Dr. Euler – selbst früher passionierter Radsportler – ein paar nützliche Tipps. „Gerade im Straßenverkehr ist es wichtig, vorausschauend zu fahren. Man sollte sich die Gefahr bewusst machen und sich gezielt auf den Verkehr konzentrieren. Helm tragen, Verkehrszeichen beachten und die Geschwindigkeit kontrollieren ist auch sehr wichtig“, erklärt der Unfallchirurg. Kontrollverlust spielt besonders bei Unfällen mit E-Bikes eine Rolle, denn viele Fahrer*innen unterschätzen Gewicht und Schwerfälligkeit der elektrischen Fahrräder, die beim Fahrverhalten im Stadtverkehr eher mit einem Moped vergleichbar sind. Leider ist daher auch die Zahl der Unfälle im urbanen Umfeld bei den E-Bike-Fahrer*innen stark steigend.