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Die vielen Gründe des Zitterns

Hände halten ein Glas; zittern

Und mögliche Therapien für krankhaftes Zittern

Wir alle kennen Zittern in der einen oder anderen Form: Zittern vor Kälte, vor Angst oder Aufregung oder nach zu viel Koffein-Genuss sind dabei übliche unbedenkliche Gründe eines sogenannten „Tremors“. Daneben gibt es aber verschiedene Arten krankhaften Zitterns, die neurologisch abzuklären und in vielen Fällen gut behandelbar sind. Dr. Michael Nocker, Facharzt für Neurologie am Sanatorium Kettenbrücke, erklärt das Symptom Zittern.

Ruhezittern, Aktionstremor und mehr

Grundsätzlich ist ein neu aufgetretenes Zittern immer abklärungsbedürftig, da dieses Symptom auf verschiedene Erkrankungen hindeuten kann. In einer neurologischen Untersuchung wird nach betroffenen Körperpartien, Frequenz, Ausprägung und Bedingungen wie eben Ruhezustand oder Bewegung unterschieden. „Die Aktion kann etwa ein Halten sein oder eine koordinierte bzw. zielgerichtete Bewegung umfassen“, beschreibt der Facharzt den Aktionstremor. In dieser Untersuchung kann der Neurologe die jeweils zutreffende Form des Zitterns identifizieren und eventuell weitere vorhandene Symptome abklären.

Hinweise auf verschiedene Erkrankungen

Neben Schilddrüsen- Nieren- und Lebererkrankungen, kann auch die Einnahme bestimmter Medikamente mitunter zu einem Halte- und Aktionstremor führen. „Beim Zittern im Ruhezustand muss in erster Linie an eine Parkinsonerkrankung gedacht werden. Hier kommen aber zwingend noch weitere Symptome wie eine Bewegungsverlangsamung dazu“, erläutert Dr. Nocker. Steht ein sogenannter Aktionstremor im Vordergrund und leiden nahe Familienangehörige ebenfalls an Tremor, so ist das Vorliegen eines essenziellen Tremors abzuklären. Diese Krankheit beginnt häufig bereits im Jugendalter, kann sich in der Folge bessern und tritt dann oft im Erwachsenenalter in wesentlich stärkerer Form wieder auf. 

Gute Therapiemöglichkeiten

Unabhängig von der Ursache des Tremors führt das unkontrollierbare Zittern dazu, dass Betroffene im alltäglichen Leben stark beeinträchtigt sind und sich zum Teil aus dem sozialen Leben zurückziehen. Um das zu verhindern, ist es besonders wichtig, Symptome vom Neurologen abklären zu lassen und vorhandene Therapiemöglichkeiten zu nutzen. „Je nach diagnostizierter Grunderkrankung stehen mehrere medikamentöse Therapieformen zur Verfügung“, so der Spezialist. Bei einer Parkinsonerkrankung werden etwa sogenannte dopaminerge Medikamente eingesetzt. Im Fall eines essenziellen Tremors kommen Medikamente zum Einsatz, die auch zur Behandlung von Bluthochdruck, Epilepsien oder Schmerzen verwendet werden. So gewinnen Betroffene wieder wesentlich mehr an Lebensqualität.

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