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Die summende Gefahr

Wissenswertes rund um Insekten-Allergien und ihre Folgen

Insekten sind eine Gefahr für AllergikerInnen: Bienen, Wespen, Hummeln und Hornissen. Bis Oktober bummeln die kleinen Insekten über unsere Wiesen, Balkone und Gärten und reagieren auf den Störfaktor Mensch mehr oder weniger aggressiv. AllergikerInnen müssen hier vorsichtig sein, sie reagieren nämlich auf Insektenstiche mit allergischen Symptomen, die bis hin zu einem lebensbedrohlichen allergischen Schock reichen. Zusammen mit Univ.-Prof. Dr. Christian Kähler, Lungenfacharzt am Sanatorium Kettenbrücke, haben wir Wissenswertes rund um Insekten-Allergien für Sie zusammengestellt.

Eine Frage des Charakters

Bienen sind eher gutmütige Insekten, die sich vor allem von Nektar und Pollen ernähren. Besonders häufig passieren Stiche beim Barfuß gehen in der Wiese. Demgegenüber gelten Wespen als aggressiv und zu ihrer Nahrung zählen neben Insekten auch zuckerhaltige Lebensmittel. Deshalb suchen sie die Nähe des Menschen, besonders, wenn im Freien gegessen wird. Hummeln wiederum stechen nur bei massiver Bedrohung, und Hornissen sind ebenfalls schwer aus der Ruhe zu bringen. Und: „Obwohl ein Hornissen-Stich schmerzhafter ist als der einer Biene oder Wespe, ist das darin enthaltene Gift nicht gefährlicher“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Kähler.

Rechtzeitig vorsorgen

Während Bienenvölker überwintern und länger in ihren Behausungen wohnen, kommt bei den Wespen nur die Königin durch die kalte Jahreszeit. Im Frühjahr baut sie einen neuen Staat auf und sucht zunächst einen guten Platz für den Nestbau. Wenn Sie also im Frühjahr vereinzelte Wespen auf Ihrem Balkon, der Terrasse oder im Garten sehen, macht es durchaus Sinn, diese Insekten zu vertreiben.

Der erste Stich zählt nicht

„Ob eine Allergie vorliegt oder nicht, entscheidet sich nicht beim ersten Insektenstich. Hier gibt es in der Regel nur eine lokale Reaktion. Problematisch ist, dass man nicht immer weiß was für ein Tier gestochen hat“, sagt Univ.-Prof. Dr. Kähler. Bei Bienen bleibt meist der Stachel in der Haut, diesen sollte man am besten gleich entfernen, ohne die Haut zusammenzudrücken.

Gute Behandlungsaussichten

Im Ernstfall sind Allergiker auf ein Set mit Notfallmedikamenten angewiesen, die stets greifbar sein müssen. „Auf Dauer ist das aber keine Lösung, denn Insektenallergien können mit einer Hyposensibilisierung sehr gut behandelt werden“, so Univ.-Prof. Dr. Kähler. Er baut auf fundierte Diagnose und spezifische Therapien wie zum Beispiel die Hyposensibilisierung. Mittels Anamnese, Haut- und Bluttests wird zunächst abgeklärt, ob und auf welches Insekt eine Allergie vorliegt. Dann beginnt eine längere Behandlung in Zusammenarbeit mit den zuweisenden ÄrztInnen, in der das Immunsystem der PatientInnen durch Spritzen von kleinen Mengen des Insektengifts schrittweise zur Akzeptanz des Stoffes gebracht wird.

Rasche Hilfe möglich

Pneumologe Univ.-Prof. Dr. Kähler bietet die Hyposensibilisierung oder „Allergie-Impfung“ leitliniengerecht als stationäre, besonders rasche Behandlung innerhalb weniger Tage an. Hier kann eine erste Immuntoleranz bereits nach erfolgter stationärer Aufdosierung erreicht werden. Die Therapie muss danach in geringerer Intensität über mehrere Jahre fortgesetzt werden. So können InsektengiftallergikerInnen dauerhaft geschützt werden. Die Erfolgsraten liegen weit über 90 Prozent.

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