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Empfehlungen zur Grippeimpfung

Wer sich wann gegen die saisonale Influenza impfen lassen sollte.

Mitten in der weltweiten Corona-Pandemie ist ab Herbst mit einer Zunahme der Atemwegsinfekte und der saisonalen Grippe zu rechnen. Bisher lassen sich in Österreich jährlich nur zwischen fünf und acht Prozent der Menschen gegen Influenza impfen. Das ist ein im EU-Vergleich besonders niedriger Wert. Angesichts der aktuellen Sondersituation ist heuer mit einer größeren Impfbereitschaft zu rechnen, sodass der Impfstoff knapp werden könnte. Hausarzt Dr. Leo Scola vom Sanatorium Kettenbrücke hat die neuesten Empfehlungen für Sie zur Grippeimpfung 2020/21.

Warum diese Grippesaison besonders wird

Im Herbst und Winter funktioniert unser Immunsystem generell nicht so gut wie in der warmen Jahreszeit. Dazu kommt, dass wir uns mehr in geschlossenen Räumen aufhalten, wo sich Viren leichter verbreiten können. Spätestens seit März sind wir auf Grund der Covid 19-Pandemie besonders sensibilisiert für diese Risikofaktoren. Während mit Hochdruck an einer Impfung gegen das neuartige Corona-Virus gearbeitet wird – weltweit sind aktuell fast 200 Impfstoffkandidaten in Entwicklung – wird gerade der heurige Grippe-Impfstoff verteilt. „Die Impfbereitschaft hat sich durch die Pandemie deutlich erhöht, daher könnte es sein, dass wir für die Saison 2020/21 nicht für alle Impfwilligen auch tatsächlich die Grippeimpfung anbieten können“, erklärt Dr. Scola die besondere Situation.

Worauf es nun ankommt

„Oberstes Ziel für die heurige Grippesaison muss sein, jene Menschen zu impfen, die ein erhöhtes Risiko für eine Hospitalisierung im Zuge einer Grippeerkrankung haben“, so der Experte. Ähnlich wie bei Covid 19 geht es darum, die Kapazitäten des Gesundheitssystems zu schonen und jene Gruppen zu schützen, die besonders gefährdet sind. Dazu zählen Menschen ab 60 Jahren, Personen, die im Gesundheitswesen arbeiten, Schwangere, Patienten mit chronischen Erkrankungen sowie BewohnerInnen und Beschäftigte in Alters- und Pflegeheimen. Auch frühzeitiges Impfen ist entscheidend für den Schutz vor der Infektion: „Gefährdete Personen sollten sich bestenfalls schon im Oktober impfen lassen, auch wenn die Hochsaison der Grippewelle gewöhnlich im Jänner ist“, rät Dr. Scola.

Hygienemaßnahmen helfen auch gegen Grippe

Wer nicht zu den Risikogruppen zählt, muss angesichts des limitiert verfügbaren Impfstoffs, nicht unbedingt zur Impfung gehen. Die in Kraft befindlichen Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie helfen nämlich auch gegen Grippeinfektion. Besonders wichtig sind das Abstandhalten, die Händehygiene und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, wo es Sinn macht.

Warum der Impfstoff nicht leicht verfügbar ist

Eine spontane Nachbestellung zusätzlicher Impfdosen für die Grippeimpfung ist nicht möglich. Auf Grund der laufenden Mutation der Grippeviren wird für jede Saison eine neue Impfempfehlung erarbeitet. Das bedingt entsprechende Vorlaufzeiten für die Impfstoffproduktion. Diese wiederum ist nicht so einfach: der Herstellungsprozess dauert üblicherweise rund sechs Monate. Im heurigen Jahr wird es daher auch darauf ankommen, wie gut der vorhandene Impfstoff innerhalb von Österreich verteilt wird. Beruhigend ist, dass dank frühzeitiger Nachbestellung seitens der Gesundheitsbehörden mit 1,1 Millionen Impfdosen rund 40 Prozent mehr Impfstoff als im Vorjahr zur Verfügung steht.

Foto: © Shutterstock