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Was hat die Gartenarbeit mit dem Leistenbruch zu tun?

Je früher Beschwerden ernst genommen werden, desto harmloser ist die Hernien-Operation

Mit den wärmeren Temperaturen beginnt für viele die Zeit der Gartenarbeit und Heimwerker-Projekte. Lockdown-bedingt wird generell mehr in den eigenen vier Wänden und im Garten gearbeitet. Die mitunter ungewohnt schwere Arbeit kann gesundheitliche Folgen haben. Nicht selten wird dadurch ein Leistenbruch akut, weiß Allgemeinchirurg und Hernien-Spezialist Univ.-Prof. Dr. Thomas Schmid vom Sanatorium Kettenbrücke. Einen Bruch sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Vor allem Männer betroffen

Es gibt verschiedene Arten von Hernien: Leistenbruch, Nabelbruch, Zwerchfellbruch und Narbenbruch. Am häufigsten ist der Leistenbruch, der zu 95 Prozent bei Männern auftritt. „Das Bindegewebe in der Leiste ist auf Grund der anatomischen Entwicklung im Mutterleib bei Männern jeden Alters eine Schwachstelle“, erklärt der Spezialist. Schwere Arbeit in Haus und Garten ist also nur der Auslöser des Problems, nicht die Ursache, und der landläufige Spruch „sich einen Bruch heben“ stimmt so nicht.

Symptome unbedingt ernst nehmen

Ein unangenehmes Gefühl im Bereich der Leiste bzw. der Hoden, das hauptsächlich bei Belastung auftritt, ist das häufigste Symptom für einen Leistenbruch. Oft lässt sich auch eine Vorwölbung im Bereich der Leiste ertasten. Körperliche Arbeiten, verbunden mit dem Heben schwerer Lasten, können ein Auftreten der Beschwerden fördern. Wenn zudem temporäre oder sogar dauerhaft stärkere Schmerzen auftreten, ist das ein Alarmsignal. In diesem Fall ist möglichst rasch ein Arzt aufzusuchen.

Spezialformen der Hernie bei Frauen

„Frauen können ebenfalls einen Bruch im Leistenbereich erleiden, aber das ist genau genommen meist ein Schenkelbruch. Nach einer Schwangerschaft kann eine sogenannte Rektusdiastase, oft verbunden mit einem Nabelbruch, auftreten“, sagt Univ.-Prof. Dr. Schmid. Bei einer Rektusdiastase bilden sich die Bindegewebsstrukturen in der Bauchdecke, die in der Schwangerschaft auseinanderrücken, um Platz für das Baby zu schaffen, nicht mehr zurück. Bei dieser Diagnose hilft kein Training, sondern nur eine Operation.

Operation als einzige Therapie

„Man kann einen Bruch nur operieren, anders ist er nicht wegzubekommen. Und im Frühstadium ist die chirurgische Reparatur viel einfacher, als wenn man wartet, bis der Bruch richtig groß ist“, so der Allgemeinchirurg. Rund 2.500 TirolerInnen müssen sich jährlich einer Leistenbruch-OP unterziehen. Der Leistenbruch bzw. die Hernie ist damit der häufigste allgemeinchirurgische Eingriff im Land. Bei den modernen Operationsmethoden wird ein Netz eingesetzt, um das Gewebe zu verstärken. So kommt es viel weniger häufig zu Rezidiven also einem Wiederauftreten einer Hernie. Daneben ist diese Vorgangsweise auch deutlich weniger schmerzhaft und nervenschonend. Hernien-PatientInnen sind dadurch rasch wieder fit ohne Einschränkungen.

Schonende Operationsmethoden bei Leisten-, Schenkel- und Nabelbrüchen

Die meisten Eingriffe, besonders im Frühstadium, werden minimal-invasiv durchgeführt, wobei Univ.-Prof. Dr. Schmid zu den Pionieren der Knopflochchirurgie in Österreich zählt. Um höchsten Qualitätsansprüchen zu genügen, wird jede Hernien-Operation am Sanatorium Kettenbrücke von zwei Chirurgen im eingespielten Team durchgeführt. PatientInnen bleiben gewöhnlich ein bis zwei Tage stationär, sollten sich danach etwa ein bis zwei Wochen schonen und können in weiterer Folge ihr normales Leben wieder aufnehmen und auch Sport treiben.

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