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Die unterschätzten Gefahren des Rodelns

Unfallchirurg Dr. Oberladstätter erklärt die Risiken und wie man trotzdem unfallfrei rodelt

Der letzte Schneefall liegt schon einige Zeit zurück. Seitdem lacht die Sonne vom Himmel, das Tauwetter mit kalten Nächten lässt Ski- und Rodelpisten vereisen. Trotz dieser alles andere als optimalen Bedingungen zieht es viele Menschen auch bei ungünstigen Streckenverhältnissen auf die Rodelbahn. Das rasante Schlittenvergnügen ist reizvoll, aber mitunter gefährlich. „Die Rodel und der Unfallchirurg sind keine Freunde“, weiß Dr. Jürgen Oberladstätter, Unfallchirurg im Team der Unfallambulanz am Sanatorium Kettenbrücke. Er erklärt die Gefahren und gibt Tipps für möglichst sicheres Rodeln.

Vielfältige Risiken

„Die häufigsten Verletzungen beim Rodeln sind Sprunggelenks-, Vorfuß- und Knieverletzungen. Kommt es zum Abwurf von der Rodel, passieren mitunter schwere Kopfverletzungen“, erklärt der Spezialist die gängigsten Verletzungsmuster. Dabei sind jene RodlerInnen besonders gefährdet, die den Sport nur gelegentlich ausüben und weder die richtige Ausrüstung noch die nötige Erfahrung und das technische Können fürs Rodeln besitzen. „Dazu kommt, dass die Rodel selbst wenig Schutz bietet. Deshalb passieren sehr leicht schwerere Verletzungen“, so Dr. Oberladstätter.

Feuchtfröhliche Hüttengaudi und andere Gefahren

Besonders riskant wird Rodeln, wenn es mit einer zünftigen Hüttengaudi verbunden mit entsprechendem Alkoholkonsum einhergeht und bei Dunkelheit nur mit Stirnlampen als Lichtquelle gerodelt wird. Schlechte Bedingungen auf der Bahn sind ein weiteres Risiko. „Eisige Rodelstrecken sind zu meiden, denn auf Eis ist bremsen praktisch nicht möglich“, sagt der Unfallchirurg. Besonders gefährlich wird es beim Rodeln über Skipisten. Dabei gerät die Abfahrt allzu leicht völlig außer Kontrolle. 

Unfälle wirksam vermeiden

Hobby-RodlerInnen ist zu empfehlen, stets auf gesicherten, gut präparierten Rodelbahnen und bei guten Schneeverhältnissen unterwegs zu sein. Besonders sicher sind Strecken, bei denen der Aufstieg über einen gesonderten Weg erfolgt, sodass bei der Abfahrt nicht mit bergauf wandernden Rodelgruppen zu rechnen ist. Wer in der Nacht rodeln geht, tut dies am besten auf Rodelbahnen mit künstlicher Beleuchtung. Und schließlich ist die Ausrüstung entscheidend für unfallfreies Rodelvergnügen, erklärt Dr. Oberladstätter: „Gute Schuhe mit Profil, die bis über die Knöchel hinaufreichen, sind wichtig, um die Füße zu schützen und gut bremsen und lenken zu können. Kinder rodeln am besten mit Helm.“

Falls doch etwas passiert: Ein Anruf genügt – 0800 808 182

Das Team der Unfallambulanz am Sanatorium Kettenbrücke mit sechs erfahrenen Unfallchirurgen und einem eingespielten Pflegeteam ist im Fall des Falles für Sie da. „Wichtig ist, dass Verunfallte uns über den Sanatorium-Notruf verständigen. Dann kann alles für die optimale Erstversorgung vorbereitet werden“, betont Dr. Oberladstätter. Verunfallte, die von einem Rettungsteam geborgen werden, können sich nach Rücksprache in vielen Fällen direkt in die Unfallambulanz des Sanatorium Kettenbrücke bringen lassen. Wer zuhause eine Schwellung bemerkt oder Schmerzen hat, die nicht abklingen, ist gut beraten, die Beschwerden abklären zu lassen.

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