Ok
Mehr Infos
Diese Seite verwendet Cookies.

Home / News / Aktuell / Auge beim Wintersport schützen

Auge beim Wintersport schützen

Winterlandschaft

Die Gefahren von UV-Strahlung, Schnee und Höhe werden oft unterschätzt

Strahlend blauer Himmel, glitzernder Schnee und die angenehme März-Sonne laden zum Frühlingsskilauf, letzten Rodelpartien in größerer Höhe und Skitouren im Gletschergebiet ein. Sonnenschutz für die Haut ist dabei meist eine Selbstverständlichkeit. Viele vergessen aber, dass auch die Augen besonders am Berg und bei Schneelage gut geschützt werden müssen, weiß Augenfacharzt Dr. Klaus Miller, Belegarzt am Sanatorium Kettenbrücke.

Intensität der UV-Strahlung steigt mit der Höhe

„Die Haut und die Augen sind die einzigen Organe unseres Körpers, die der Sonnenstrahlung ausgesetzt sind und beide Sinnesorgane benötigen speziellen Schutz gegen die Gefahren der UV-Strahlung – besonders bei Aktivitäten am Berg“, erklärt Dr. Miller. Die Intensität der schädlichen UVA-Strahlen steigt dabei pro 1.000 Höhenmeter um neun Prozent, während die noch gefährlichere UVB-Strahlung auf gleicher Distanz sogar um 24 Prozent zunimmt. Verstärkt wird die Situation durch Schnee am Berg. Verglichen mit einer in der kalten Jahreszeit braunen Wiese, erhöht die weiße Pracht die reflektierte Strahlung in einer Höhe von 3.000 Metern bis auf das 50-fache. Dabei ergeben sich je nach Qualität der Schneefläche, also etwa kristalliner Schnee oder Pulverschnee, unterschiedliche Reflexionsgrade. Ein Irrglaube ist übrigens, dass bei Bewölkung weniger UV-Strahlung herrscht.

Wintersonne am Berg schädigt die Augen

„Grundsätzlich kumulieren sich die Auswirkungen der UV-Strahlung auf die Augen im Lauf des Lebens. Deshalb ist es so wichtig, die Augen von klein auf immer gut vor der Sonne zu schützen“, weiß der Facharzt für Augenheilkunde. Der häufigste durch UVB-Strahlung hervorgerufene Schaden im Auge ist die sogenannte Schneeblindheit. Sie tritt am Gletscher bereits nach einer Stunde ohne Sonnenbrille auf. Dabei kommt es zur Schädigung der oberflächlichen Schichten des Auges bzw. der DNA der Hornhaut-Epithelzellen. Dadurch werden Nervenfaser-Endungen freigelegt, was zu starken Schmerzen führt. Betroffene können die Augen nicht mehr öffnen. Die längerwellige UVA-Strahlung dringt tiefer ins Auge ein und schädigt auch tiefer. Hier kann es langfristig zu bösartigen Tumorentwicklungen wie dem Basaliom kommen. Auch die elastischen Teile des Auges sind gefährdet: Im Bereich der Bindehaut kann es zur Entstehung des sog. Flügelfells oder eines Lidspaltenflecks kommen. Generell erhöht dauerhafte Höhensonne das Risiko, am Grauen Star zu erkranken.

Natürlicher Schutz für die Augen

„Die Anatomie des Auges sieht einige natürliche Schutzmechanismen vor: Die Augenhöhle gibt Schatten, die Augenbrauen schützen ebenso wie die Lider, der Tränenfilm wiederum reflektiert Licht. Die Hornhaut filtert bis zu 90 Prozent des UVB-Lichts heraus, Ascorbinsäure im Kammerwasser weitere acht Prozent und die UVA-Strahlen werden durch die Linse absorbiert“, so Dr. Miller. Die Höhe, in der man sich bewegt, die Dauer des Aufenthalts am Berg sowie der für den Einfallswinkel der Sonne maßgebliche Breitengrad der eigenen Position entscheiden über das Ausmaß der Gefahr der UV-Strahlung für die Augen.

Welche Sonnenbrille ist die richtige?

Neben dem natürlichen Schutz ist das Tragen einer Sonnenbrille ein wichtiger Faktor, um die Augen vor Wintersonne am Berg zu schützen. „Das größte Problem ist der seitliche Einfall der Strahlen. Die Hornhaut wirkt hier wie ein Brennglas und führt zu einer bis zu 20mal höheren Strahlenbelastung für die Augen“, beschreibt Dr. Miller die Problematik. Daher ist es wichtig, Sonnenbrillen mit gewölbten Gläsern und seitlichem Schutz zu tragen. Idealerweise eine Gletscherbrille. Optimal schützen Gläser mit 80-prozentiger Tönung, die 100 Prozent UV-Schutz bieten. Während die Rückseite entspiegelt sein sollte, ist für die Vorderseite eine Verspiegelung empfehlenswert. Auch eine Polarisation ist sinnvoll und verbessert die Sicht. „Zusätzlich empfehle ich, einen Hut oder eine Kappe mit Krempe bzw. Schild zu tragen. Das ist besonders für Kinder wichtig, die durch die größeren Pupillen generell einer höheren Lichtbelastung ausgesetzt sind“, rät der Augenmediziner abschließend. Ab einem Alter von etwa 30 Jahren macht es für Menschen ohne Fehlsichigkeit Sinn, regelmäßig zum Augenarzt zu gehen, um allfällige Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.