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Achtung vor zu viel Sonne!

Frau greift mit Tuch auf die Stirn

Dr. Leo Scola erklärt Ursachen, Symptome und Behandlung des Sonnenstichs

Was früher eine Seltenheit war, wird immer alltäglicher: Sommertage mit Temperaturen von 30 Grad Celsius und mehr. Im Schwimmbad oder im klimatisierten Büro ist das gut auszuhalten, aber bei Arbeiten im Freien oder Besichtigungstouren im Urlaub kann die Hitze schnell zu viel werden und es droht ein Sonnenstich. Dr. Leo Scola, Arzt für Allgemeinmedizin am Sanatorium Kettenbrücke, hat Tipps, wie es erst gar nicht so weit kommt und Empfehlungen für die Behandlung.

Sonnenstich entsteht durch zu viel Hitze

„Der Sonnenstich ist ein isolierter leichter Hitzeschaden des Kopfes, der durch längere Einwirkung von Wärmestrahlung (Infrarotstrahlung) auf die Hirnhäute ausgelöst wird“, erklärt Dr. Scola. Besonders gefährdet sind alte Menschen, Menschen mit Kurzhaarfrisuren oder Glatze sowie Kinder, wenn sie ohne Kopfbedeckung länger in der Sonne sind. Der Sonnenstich ist in den allermeisten Fällen kein lebensbedrohliches Krankheitsbild. Bei zusätzlicher körperlicher Anstrengung oder Aufenthalt in heißer Umgebung und damit verbundenem Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen kann es jedoch zu einer akuten Überhitzung des Körpers, einem sogenannten Hitzeschlag, kommen.

Wie man einen Sonnenstich erkennt

Die Symptome beim Sonnenstich reichen von Kopfschmerzen und Übelkeit bis zum Erbrechen, über Unruhe, Schwindel, schnellem Herzschlag bis hin zu Nackensteifigkeit und Bewusstseinsstörungen. „Wenn es dazu kommt, befindet sich der Betroffene bereits im Übergang zum lebensgefährlichen Hitzeschlag, bei dem es zu Organversagen und Hirnödem kommt“, weiß der Arzt. Während die PatientInnen beim Hitzeschlag bis zu 40 Grad hohes Fieber bekommen und umgehend zum Arzt bzw. ins Krankenhaus müssen, bleibt die Körpertemperatur beim Sonnenstich in der Regel normal. Der Körper kühlt von innen, indem er auf die Versorgung der lebenswichtigen Organe umschaltet und den Blutkreislauf anregt. „Meist treten die Beschwerden erst Stunden später auf, wenn die Betroffenen bereits wieder im Schatten sind. Bei kleinen Kindern, die noch nicht sprechen, sind die typischen Sonnenstich-Anzeichen schwerer zu erkennen. Deshalb sollten Eltern fühlen, ob der Kopf ihres Kindes überhitzt ist und auf ungewöhnliches Verhalten nach längerem Aufenthalt in der Sonne achten. Bei Babys kann etwa schrilles Schreien oder Nahrungsverweigerung auf einen Sonnenstich deuten“, so Dr. Scola.

Was tun, wenn‘s passiert ist?

„Bei Auftreten eines Sonnenstichs kann man glücklicherweise selbst sehr viel tun, um die Situation gut zu bewältigen“, rät der Allgemeinmediziner. Wichtig ist, im Schatten zu bleiben, möglichst in einem kühlen, dunklen Raum, und sich auszuruhen. Kalte Umschläge an Kopf und Nacken helfen, eine wohl dosierte kühle Dusche schafft ebenfalls Besserung. Viel kühle, aber nicht eiskalte, evtl. isotonische Getränke zu sich nehmen lindert die Beschwerden. Medikamente wie Kopfschmerzmittel sind besser nur nach Absprache mit einem Arzt einzunehmen. „Meist klingen die Beschwerden innerhalb von ein paar Stunden ab. Falls sie länger als einen Tag andauern oder sich der Zustand verschlechtert, ist ärztliche Hilfe notwendig“, erklärt Dr. Scola.

Wie man am besten kühlen Kopf bewahrt

Das Englische Sprichwort „between noon and three stay under the tree“ bringt die beste Vorbeugung gegen Sonnenstich auf den Punkt: an heißen Tagen gilt es, besonders über Mittag, ausreichend Zeit im Schatten einzuplanen. Nicht zu unterschätzen ist die Wärmeentwicklung in geparkten Autos: Schon nach 30 Minuten herrscht im Fahrzeug bei Außentemperaturen von 30 Grad eine Hitze von 46 Grad. Vor der Abfahrt ist daher gut durchzulüften. Empfehlenswert ist auch, in der Sonne eine helle Kopfbedeckung zu tragen und den Körper regelmäßig zu kühlen, indem man etwa beim Schwimmen oder Duschen auch mit dem Kopf unter Wasser geht. Ausreichend trinken und die Vermeidung von großen körperlichen Anstrengungen bei Extremtemperaturen ist ebenfalls wichtig, um einen kühlen Kopf zu bewahren.

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